Kurzargumentarium
1. Unrealistisches Ziel
Die Initiative für eine sichere Ernährung setzt mit einem Selbstversorgungsgrad von mindestens 70% ein unrealistisches Ziel. Dieses liesse sich nur erreichen, indem der Staat den Konsum von tierischen Lebensmitteln drastisch einschränkt. Die Schweizer Bevölkerung müsste sich mit einer Ernährung wie zu Kriegszeiten zufriedengeben. Der aktuelle Selbstversorgungsgrad beträgt netto noch 46%. Einen Selbstversorgungsrad von 70% wurde letztmals in den Jahren 1942-1945 erreicht. Allerdings war die Bevölkerungszahl mit 4.4 Millionen Einwohner halb so hoch wie heute.
2. Konsumfreiheit ade!
Die Schweizerinnen und Schweizer müssten sich künftig nicht nur vegetarisch, sondern vorwiegend vegan ernähren. Um dies sicherzustellen, wäre eine direkte Bevormundung und staatliche Vorgaben nötig, was wir essen dürfen und was nicht.
3. Tiefere Erträge
Der Initiativtext sieht unsinnige Auflagen für den einheimischen Anbau vor. So zum Beispiel die Verwendung von samenfestem Saatgut. Züchtungs- und damit ertragsmässig würde uns das um 100 Jahre zurückwerfen. Die Erträge pro Fläche von pflanzlichen Lebensmitteln wie Gemüse, Obst, Getreide, Raps, Kartoffeln, u.a.m. würden sinken.
4. Viehwirtschaft veredelt das Grasland
Flachgründige Böden, steile Flächen und ein raues Klima in höheren Lagen machen die Schweiz zu einem Grasland. Das Gras wird von den Wiederkäuer Rinder, Schafe und Ziegen zu wertvollen Lebensmitteln veredelt. Die Initiative will die Unterstützung der Viehwirtschaft reduzieren und gefährdet damit die Bewirtschaftung unserer Grünflächen.
5. Mehr Einkaufstourismus
Die freie Verfügbarkeit von tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Milchprodukte oder Eier zu bezahlbaren Preisen dürfte es in der Schweizer Läden nicht mehr geben. Wer keine Lust hat, sich bezüglich Essen bevormunden zu lassen, deckt sich im umliegenden Ausland ein.
6. Arbeitsplatzverlust
Weniger Tiere, weniger Ertrag im Pflanzenbau, mehr Konkurrenz durch Einkaufstourismus, das alles reduziert die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft. Der Strukturwandel würde sich beschleunigen und viele Arbeitsplätze in der Landwirtschaft vor- und nachgelagerten Betrieben gingen verloren.
7. Bundesrat und Parlament sagen nein
Der Bundesrat lehnt die Ernährungsinitiative ab. Ihm folgt sowohl der Nationalrat mit 194 zu 0 Stimmen und der Ständerat mit 44 zu 0 Stimmen.
8. Unnötig
Die ökologische Nachhaltigkeit in der landwirtschaftlichen Produktion ist in den letzten Jahren stark in den Fokus gerückt. Verschiedenste Programme und Aktionspläne sind bereits in der Umsetzung. Ebenso hat die nächste grosse Reform der Agrarpolitik zum Ziel, die Ernährung als Ganzes zu optimieren.
9. Zwängerei
Die Initiantin Franziska Herren und der mit ihr verbundene Verein reichten 2018 mit der Trinkwasserinitiative bereits ein ähnliches Begehren ein. Die aktuelle Initiative geht nun sogar noch weiter, obwohl bereit mi 2021 das Stimmvolk mit über 60% Nein das Begehren ablehnte.
Das Argumentarium kann hier auch als PDF heruntergeladen werden.
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